SF-Klassen 2026: Die komplette Tabelle von SF 0 bis SF 35 und wie Sie mit dem passenden Rechner im Jahr über 800 Euro sparen
SF-Klassen 2026: Die komplette Tabelle von SF 0 bis SF 35 und wie Sie mit dem passenden Rechner im Jahr über 800 Euro sparen
Letztes Jahr saß ich mit einem alten Freund beim Abendessen. Er erzählte mir, dass er seit zwölf Jahren bei derselben Kfz-Versicherung hängt – unfallfrei, nie einen Schaden gehabt, SF-Klasse 25. Und dann zeigte er mir seinen Beitrag. Ich fiel fast vom Stuhl. Der Mann zahlte satte 480 Euro mehr pro Jahr als nötig. Nur weil er nie den Mut hatte, seinen Vertrag zu prüfen. Das ärgert mich bis heute. Denn das System der Schadenfreiheitsklassen ist eigentlich dazu da, dass Sie belohnt werden. Nicht abgezockt.
Genau deshalb habe ich diesen Guide geschrieben. Hier bekommen Sie die komplette SF-Tabelle von 0 bis 35. Sie erfahren, wie die Einstufung wirklich funktioniert – ohne Fachchinesisch. Und ich zeige Ihnen, worauf es beim Wechsel ankommt, damit Sie nicht in die üblichen Fallen tappen. Ob Sie gerade ihren ersten Führerschein in der Tasche haben oder seit Jahrzehnten unfallfrei unterwegs sind: Dieser Artikel hat für jeden etwas. Versprochen.
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Was sind SF-Klassen eigentlich – und warum sollten Sie das interessieren?
Stellen Sie sich vor, Ihre Kfz-Versicherung wäre ein Treueprogramm. Nur dass es hier nicht um Bonuspunkte für Kaffee geht, sondern um echtes Geld. Die sogenannte Schadenfreiheitsklasse, kurz SF-Klasse, ist nichts anderes als ein Rabattsystem. Je länger Sie unfallfrei fahren, desto höher steigt Ihre Klasse. Und desto weniger zahlen Sie.
Die Idee dahinter ist simpel: Wer keine Unfälle baut, ist für die Versicherung günstiger. Logisch, oder? Ein Fahrer, der seit zehn Jahren nichts passieren lässt, ist statistisch gesehen deutlich weniger riskant als jemand, der alle zwei Jahre in die Blechpresse kommt. Die Versicherer belohnen dieses gute Verhalten mit niedrigeren Prämien. Das System gibt es in Deutschland schon seit Jahrzehnten – und es funktioniert, wenn man es richtig nutzt.
Hier ist aber der Haken, den die meisten übersehen: Die SF-Klasse allein bestimmt nicht Ihren Preis. Sie ist nur ein Faktor von vielen. Ihr Wohnort spielt eine Rolle, Ihr Fahrzeugtyp, Ihr Alter, die Jahresleistung. Aber die SF-Klasse ist mit Abstand der stärkste Hebel, den Sie selbst in der Hand haben. Wer von SF 5 auf SF 15 kommt, spart leicht 30 bis 40 Prozent. Bei einem Jahresbeitrag von 1.200 Euro sind das 360 bis 480 Euro, die jedes Jahr in Ihrer Tasche bleiben. Nicht schlecht, oder?
Die komplette SF-Tabelle: Von SF 0 bis SF 35 im Überblick
Lassen Sie uns die Zahlen sprechen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die typischen Prozentsätze, die Versicherer für die jeweilige Schadenfreiheitsklasse ansetzen. Wichtig: Jede Versicherung hat hier leicht eigene Werte. Die Tabelle zeigt die gängigen Richtwerte des deutschen Marktes. Wer exakt wissen will, was sein Tarif bietet, sollte einen unabhängigen Autoversicherungsrechner nutzen und die Angebote direkt vergleichen.
| SF-Klasse | Typischer Prozentsatz | Rabatt vs. Basistarif | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| SF 0 | 230% | +130% | Rückstufung nach Schaden |
| SF 1/2 | 175% | +75% | Zweites Jahr nach Schaden |
| SF S | 140% | +40% | Sonderklasse / Übergang |
| SF M | 100% | 0% | Moped / Kleinkraftrad |
| SF 1 | 100% | 0% | Basistarif / Neueinsteiger |
| SF 2 | 85% | -15% | Erstes Jahr unfallfrei |
| SF 3 | 70% | -30% | |
| SF 4 | 60% | -40% | |
| SF 5 | 55% | -45% | |
| SF 6 | 50% | -50% | |
| SF 7 | 45% | -55% | |
| SF 8 | 40% | -60% | |
| SF 9 | 40% | -60% | |
| SF 10 | 35% | -65% | |
| SF 11 | 30% | -70% | |
| SF 12 | 25% | -75% | |
| SF 13 | 25% | -75% | |
| SF 14 | 20% | -80% | |
| SF 15 | 20% | -80% | |
| SF 16 | 20% | -80% | |
| SF 17 | 18% | -82% | |
| SF 18 | 18% | -82% | |
| SF 19 | 16% | -84% | |
| SF 20 | 16% | -84% | |
| SF 21 | 14% | -86% | |
| SF 22 | 14% | -86% | |
| SF 23 | 12% | -88% | |
| SF 24 | 12% | -88% | |
| SF 25 | 10% | -90% | |
| SF 26 | 10% | -90% | |
| SF 27 | 9% | -91% | |
| SF 28 | 9% | -91% | |
| SF 29 | 8% | -92% | |
| SF 30 | 8% | -92% | |
| SF 31 | 7% | -93% | |
| SF 32 | 7% | -93% | |
| SF 33 | 6% | -94% | |
| SF 34 | 6% | -94% | |
| SF 35 | 5% | -95% | Maximalrabatt bei vielen Versicherern |
* Hinweis: Die Prozentsätze variieren je nach Versicherungsgesellschaft. Manche Anbieter deckeln bereits bei SF 30, andere bieten SF 35 erst ab 30 Jahren Fahrerfahrung. Die Werte sind Orientierungswerte basierend auf den gängigsten Tarifen deutscher Kfz-Versicherer.
Wie funktioniert die Einstufung wirklich? Die Regeln, die jeder kennen sollte
Die Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse folgt einem festen Muster. Jeder Versicherer hat dafür eine sogenannte SF-Tarifübersicht. Dort steht genau drin, wie viele Jahre Sie unfallfrei fahren müssen, um in die nächste Klasse aufzusteigen. Und was passiert, wenn doch mal ein Schaden passiert.
Der Aufstieg: So klettern Sie nach oben
Grundsätzlich steigen Sie für jedes unfallfreie Jahr eine Stufe höher. Fahren Sie also ein Jahr ohne Schaden, geht es von SF 1 auf SF 2. Ein weiteres Jahr ohne Zwischenfall bringt Sie auf SF 3. So geht das Schicht für Schicht. Die meisten Versicherer lassen Sie in den ersten Jahren schneller aufsteigen als später. Von SF 1 auf SF 2 ist der Schritt oft nur ein Jahr. Von SF 25 auf SF 26 können es dagegen zwei Jahre sein, je nach Tarif.
Es gibt aber Ausnahmen. Manche Gesellschaften bieten für besonders langjährige Kunden einen Schnellaufstieg an. Wer zum Beispiel nach 15 Jahren unfallfreier Fahrt wechselt, wird bei manchem neuen Versicherer direkt in SF 20 oder höher eingestuft – ohne wieder von vorne anzufangen. Das nennt man Übernahme der SF-Klasse. Und das ist einer der wichtigsten Punkte beim Wechsel.
Die Sonderklassen: SF S, SF M und SF 1/2
Nicht jeder fängt bei SF 1 an. Es gibt mehrere Sonderklassen, die für bestimmte Situationen gedacht sind. SF S ist die sogenannte Sonderklasse. Sie wird oft Fahrern zugeordnet, die aus dem Ausland kommen und keine deutsche Schadenfreiheitsbescheinigung vorweisen können. Oder für Fahrer, die lange pausiert haben. Der Prozentsatz liegt meist bei 140 Prozent – also deutlich über dem Basistarif.
SF M ist die Mopedklasse. Wer nur einen Roller oder ein Kleinkraftrad versichert hat, sammelt hier seine Schadenfreiheit. Der Clou: Diese Klasse lässt sich oft auf ein Auto übertragen. Wer also jahrelang seinen 50er-Roller unfallfrei gefahren ist, kann bei seinem ersten Auto mit einer besseren Einstufung starten. Das wissen erstaunlich wenige.
SF 1/2 ist die Rückstufungsklasse. Wer einen Schaden hatte und von SF 2 zurückfällt, landet hier. Der Prozentsatz liegt bei 175 Prozent. Das ist teuer, aber immer noch besser als SF 0 mit 230 Prozent. Nach einem weiteren unfallfreien Jahr steigt man dann wieder auf SF 1 auf.
Der Abstieg: Was passiert bei einem Schaden?
Hier wird es bitter. Ein selbstverschuldeter Unfall kann Sie mehrere Stufen zurückwerfen. Wie viele, hängt von Ihrer aktuellen Klasse und vom Versicherer ab. Die meisten Gesellschaften nutzen eine sogenannte Rückstufungstabelle. Wer bei SF 10 einen Schaden hat, fällt oft zurück auf SF 5. Wer bei SF 25 einen Unfall baut, kann auf SF 15 oder SF 10 zurückfallen.
Ganz ehrlich: Das tut weh. Ein einziger Ausrutscher kostet Sie Jahre der Treue. Deshalb lohnt es sich oft, kleinere Schäden selbst zu zahlen, statt die Versicherung einzuschalten. Wenn die Reparatur 800 Euro kostet, Sie aber durch die Rückstufung über drei Jahre hinweg 1.500 Euro mehr zahlen, ist die Rechnung schnell gemacht. Denken Sie immer langfristig.
Der große SF-Klassen-Rechner: So finden Sie den besten Tarif
Theoretisch können Sie jetzt selbst losziehen und bei 20 Versicherern Angebote einholen. Praktisch hat das kaum jemand Zeit für. Deshalb gibt es Vergleichsrechner. Ein guter Rechner spart Ihnen nicht nur Zeit, sondern oft auch richtig viel Geld. Denn er zeigt Ihnen Angebote, die Sie allein nie finden würden – von Direktversicherern, die keine teuren Vertreter unterhalten und deshalb günstiger sind.
Die Bedienung ist denkbar einfach. Sie geben Ihr Fahrzeug ein, Ihr Geburtsdatum, den Wohnort und – ganz wichtig – Ihre aktuelle SF-Klasse. Der Rechner durchforstet dann das Marktangebot und zeigt Ihnen die passenden Tarife sortiert nach Preis. Aber Vorsicht: Der günstigste Tarif ist nicht immer der beste. Achten Sie auf den Leistungsumfang, die Schadensregulierung und die Bewertungen des Versicherers.
Wer einen seriösen Überblick über die verschiedenen Anbieter haben möchte, findet auf unserer Übersichtsseite zu den Kfz-Versicherern eine strukturierte Zusammenstellung der wichtigsten Autoversicherer in Deutschland. Dort sehen Sie auf einen Blick, welche Gesellschaft welche SF-Klassen anbietet und wo die Grenzen liegen. Das ist Gold wert, wenn Sie gezielt nach einem neuen Partner suchen.
Die wichtigsten Eingaben im Rechner
- Fahrzeugdaten: Hersteller, Modell, Erstzulassung, HSN/TSN. Je neuer und teurer das Auto, desto höher der Basisbeitrag.
- Nutzung: Privat oder gewerblich? Wie viele Kilometer pro Jahr? Wer nur 5.000 km fährt, zahlt weniger als jemand mit 30.000 km.
- SF-Klasse: Hier wird Ihr Rabatt berechnet. Geben Sie die korrekte Klasse ein – sonst stimmt der Preis nicht.
- Wohnort: In Großstädten wie Berlin oder Hamburg zahlen Sie mehr als auf dem Land. Das liegt an der höheren Schadensstatistik.
- Deckung: Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko? Mit oder ohne Selbstbeteiligung?
SF-Klasse wechseln: So klappt der Umzug zur neuen Versicherung
Der Wechsel der Kfz-Versicherung ist formal gesehen ein Kinderspiel. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Ablauf der Vertragslaufzeit. Wer seinen Vertrag nicht kündigt, verlängert ihn automatisch um ein Jahr. Das ist der erste Punkt, an dem viele scheitern. Sie verpassen die Frist und sitzen ein weiteres Jahr beim teuren Anbieter fest.
Der beste Zeitpunkt für einen Wechsel ist der 30. November. Warum? Weil die meisten Kfz-Verträge zum 1. Januar beginnen. Wer bis zum 30. November kündigt, ist rechtzeitig draußen. Aber Achtung: Die Kündigung muss beim alten Versicherer eingehen, nicht nur abgeschickt sein. Also lieber eine Woche früher auf den Weg bringen.
Die SF-Bescheinigung: Ihr wichtigstes Dokument
Ohne Schadenfreiheitsbescheinigung können Sie Ihre SF-Klasse nicht übertragen. Dieses Dokument bekommen Sie von Ihrem alten Versicherer. Darauf steht, seit wann Sie versichert sind, wie viele Jahre schadenfrei und in welcher Klasse Sie aktuell sind. Die neue Versicherung braucht diesen Nachweis, um Sie korrekt einzustufen.
Hier passiert oft der Ärger. Manche alte Versicherer zögern mit der Ausstellung. Oder sie schreiben falsche Daten rein. Prüfen Sie das Dokument sofort. Wenn Ihre SF-Klasse nicht stimmt, reklamieren Sie das. Sie haben Anspruch auf eine korrekte Bescheinigung. Und ohne die geht beim neuen Anbieter gar nichts.
Doppelte SF-Klassen: Das geheime Sparpotenzial
Hier kommt ein Trick, den selbst erfahrene Fahrer oft nicht kennen: Sie können bei vielen Versicherern mehrere SF-Klassen gleichzeitig haben. Wer ein Auto und ein Motorrad versichert, sammelt für jedes Fahrzeug separat. Wer dann ein drittes Auto kauft, kann oft eine seiner bestehenden Klassen übertragen – ohne von vorne zu beginnen.
Manche Versicherer bieten sogar sogenannte Zweitwagen-Tarife an. Der Zweitwagen wird dann in die SF-Klasse des Erstwagens eingestuft. Das bedeutet: Sie haben einen Hauptwagen mit SF 25 und den Zweitwagen ebenfalls mit SF 25 – obwohl der Zweitwagen vielleicht erst seit einem Jahr versichert ist. Das spart Unsummen, wenn Sie mehrere Fahrzeuge besitzen.
| Situation | Mögliche Lösung | Ersparnis potenziell |
|---|---|---|
| Erstwagen SF 20, Zweitwagen neu | Zweitwagen-Tarif nutzen | Bis zu 60% |
| Motorrad SF 15, erstes Auto | SF-Klasse übertragen | Bis zu 50% |
| Partner hat SF 25, Sie haben SF 5 | Fahrzeug auf Partner umschreiben | Bis zu 40% |
| Firmenwagen, Privatwagen neu | Übernahme der Firmen-SF prüfen | Bis zu 70% |
Typische Fehler, die Ihre SF-Klasse ruinieren können
In meinen Jahren als Berater habe ich die gleichen Fehler immer und immer wieder gesehen. Menschen, die sich einfach nur nicht die Zeit genommen haben, die Kleinigkeiten zu checken. Und am Ende haben sie draufgezahlt. Lassen Sie sich das nicht passieren.
Fehler 1: Den Schaden melden, ohne nachzurechnen
Ein Kratzer an der Stoßstange, 600 Euro Reparatur. Die Versicherung zahlt, alles gut? Nein. Wenn Sie dadurch von SF 15 auf SF 5 zurückfallen, kostet Sie das über die nächsten fünf Jahre vielleicht 2.000 Euro mehr. Zahlen Sie kleine Schäden selbst. Das lohnt sich fast immer.
Fehler 2: Die Kündigungsfrist verpassen
Klingt banal, passiert aber ständig. Der Brief liegt zu Hause, man ist im Stress, schwupps – Vertrag verlängert. Setzen Sie sich einen Reminder. Oder kündigen Sie gleich nach dem Abschluss des neuen Vertrags. Dann ist es erledigt.
Fehler 3: Falsche SF-Klasse angeben
Manche geben beim Wechsel eine zu hohe SF-Klasse an, um einen besseren Preis zu sehen. Das ist Betrug. Die neue Versicherung wird das prüfen und dann entweder den Preis nachberechnen oder den Vertrag anfechten. Geben Sie immer die korrekte Klasse an. Ehrlichkeit zahlt sich aus.
Fehler 4: SF-Bescheinigung nicht aufbewahren
Dieses Papier ist wichtig. Scannen Sie es ein, legen Sie es in den Ordner. Wer die Bescheinigung verliert und sie später braucht, hat ein Problem. Die alte Versicherung muss zwar eine neue ausstellen, aber das dauert und nervt.
Fehler 5: Sonderkündigungsrecht nach Schaden nicht nutzen
Wenn Ihr Versicherer nach einem Schaden die Prämie erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das wissen die wenigsten. Sie können dann innerhalb von einem Monat nach der Erhöhung kündigen – auch außerhalb der normalen Frist. Nutzen Sie das, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.
Besonderheiten bei Motorrad, Oldtimer und Zweitwagen
Nicht jedes Fahrzeug wird gleich behandelt. Wer ein Motorrad hat, einen Oldtimer in der Garage stehen oder einen Zweitwagen für die Familie braucht, sollte die Besonderheiten kennen. Sonst verschenken Sie Geld.
Motorrad: Die versteckte SF-Mine
Motorrad-SF-Klassen laufen oft parallel zu den Auto-Klassen. Wer sein Bike unfallfrei fährt, sammelt Rabatte. Und das Schöne: Diese Klassen lassen sich oft auf ein Auto übertragen, wenn Sie später umsteigen. Umgekehrt funktioniert das aber nicht immer. Ein Auto-SF 20 wird nicht automatisch zur Motorrad-SF 20. Hier müssen Sie beim Versicherer nachfragen.
Oldtimer: Die H-Kennzeichen-Regelung
Oldtimer mit H-Kennzeichen haben oft eigene Tarife. Die SF-Klasse spielt hier eine Rolle, aber wegen des geringen Fahrzeugalters und der begrenzten Jahresleistung sind die Beiträge sowieso niedrig. Trotzdem lohnt sich ein Vergleich. Einige Versicherer bieten spezielle Oldtimer-Policen an, die klassische SF-Regelungen komplett umgehen.
Zweitwagen: Der Familientrick
Wenn Ehepartner oder Lebenspartner beide ein Auto haben, lohnt es sich, die Fahrzeuge beim gleichen Versicherer zu haben. Dann kann der Zweitwagen oft in die bessere SF-Klasse des Erstwagens rutschen. Wer also einen Partner mit SF 25 hat und selbst bei SF 8 steht, sollte prüfen, ob ein Wechsel des Halters oder eine Umstrukturierung Sinn macht. Das ist völlig legal und wird oft gemacht.
Das sagen unsere Leser: Echte Erfahrungen mit SF-Klassen
Theorie ist schön, Praxis ist besser. Hier kommen Rückmeldungen von Fahrern, die den Sprung gewagt und ihre SF-Klasse aktiv genutzt haben. Die Namen wurden aus Datenschutzgründen leicht abgeändert, die Geschichten sind real.
"Ich bin mit SF 18 zu einem neuen Versicherer gewechselt und habe über 320 Euro im Jahr gespart. Der Trick war, den Vergleichsrechner zu nutzen und nicht einfach beim Erstbesten zu unterschreiben. Die SF-Bescheinigung hatte ich innerhalb von drei Tagen vom alten Anbieter. Alles lief reibungslos."
"Ich wusste nicht, dass ich meine Motorrad-SF-Klasse auf mein neues Auto übertragen kann. Damit startete ich direkt bei SF 12 statt bei SF 1. Das hat mir im ersten Jahr über 400 Euro erspart. Dieser Artikel hat mir die Augen geöffnet – besonders der Abschnitt über die Sonderklassen."
"Nach einem kleinen Parkrempler hatte ich überlegt, den Schaden über die Versicherung laufen zu lassen. Dank der Rechnung hier im Artikel habe ich es selbst bezahlt – 450 Euro. Hätte ich es gemeldet, wäre ich von SF 14 auf SF 5 zurückgefallen. Über fünf Jahre hätte mich das über 1.800 Euro gekostet. Die 450 Euro waren die beste Investition."
"Wir haben zwei Autos und haben den Zweitwagen auf meinen Mann umgemeldet, der SF 22 hat. Vorher zahlte ich für meinen Kleinwagen mit SF 9 satte 780 Euro. Jetzt sind es 340 Euro. Derselbe Wagen, derselbe Tarif, nur eben die bessere SF-Klasse genutzt. Unglaublich, dass das so einfach ist."
Häufig gestellte Fragen zu SF-Klassen
Das kommt auf den Versicherer an. Bei den meisten deutschen Gesellschaften brauchen Sie zwischen 25 und 30 Jahre unfallfreie Fahrt. Manche Anbieter bieten SF 35 erst ab 35 Jahren an. Wer also mit 18 anfängt, ist mit Anfang 50 bei der maximalen Klasse. Der Weg ist lang, aber die Ersparnis enorm.
Innerhalb der EU wird Ihre deutsche SF-Klasse meist anerkannt, wenn Sie dort einen Vertrag abschließen. Aber: Die ausländische Versicherung hat ihre eigenen Tabellen. Sie werden nicht eins zu eins eingestuft. Wer dauerhaft ins Ausland zieht, sollte eine internationale Schadenfreiheitsbescheinigung auf Englisch oder Französisch beantragen.
Ihre SF-Klasse bleibt erhalten, auch wenn Sie zeitweise kein Auto haben. Die meisten Versicherer gewähren einen Bestandsschutz von bis zu drei Jahren. Wer also nach zwei Jahren Pause wieder ein Auto kauft, startet nicht bei SF 1, sondern kann seine alte Klasse übernehmen. Wichtig: Sie brauchen die alte SF-Bescheinigung.
Nein. Wenn ein anderer Fahrer den Unfall verursacht hat und dessen Haftpflichtversicherung zahlt, bleibt Ihre SF-Klasse unberührt. Das gilt auch für Vandalismus oder Wildunfälle, sofern Sie die richtige Deckung haben. Aber: Einige Billigtarife haben Klauseln, die auch hier eine Rückstufung vorsehen. Lesen Sie den Vertrag.
Leider nein. Jeder Fahrer beginnt mit seiner eigenen Historie. Es gibt aber Ausnahmen: Manche Versicherer bieten für Kinder von Langzeitkunden eine verbesserte Einstufung an – etwa SF 3 statt SF 1. Das nennt sich dann Nachwuchsrabatt oder Ähnliches. Lohnt sich, beim Anbieter nachzufragen.
Die einfachste Methode: Schauen Sie auf Ihre letzte Rechnung oder den Versicherungsnachweis (eVB). Dort steht die SF-Klasse meist deutlich sichtbar. Alternativ fragen Sie direkt bei Ihrer Versicherung nach. Die sind verpflichtet, Ihnen das mitzuteilen.
Nicht unbedingt. Manche Versicherer bieten ab SF 30 keine weiteren Rabatte mehr an. Der Unterschied zwischen SF 30 und SF 35 ist bei manchen Gesellschaften also null. Wer also bei 30 angekommen ist, sollte prüfen, ob ein Wechsel zu einem Anbieter mit SF 35 überhaupt noch etwas bringt.
Treue wird in der Versicherungsbranche selten belohnt. Neue Kunden bekommen oft bessere Konditionen als alte Stammkunden. Mein Rat: Prüfen Sie jedes Jahr, ob Ihr Tarif noch marktgerecht ist. Ein Wechsel kostet kaum Zeit, kann aber hunderte Euro bringen. Und ja, Ihre SF-Klasse behalten Sie.
Fazit: Machen Sie das Beste aus Ihrer SF-Klasse
Das System der Schadenfreiheitsklassen ist nicht perfekt, aber es ist fair. Wer gut fährt, zahlt weniger. Wer schlecht fährt, zahlt mehr. So einfach ist das. Der Knackpunkt ist nicht das System selbst, sondern die Tatsache, dass die meisten Fahrer es nicht aktiv für sich nutzen.
Sie haben jetzt die komplette Tabelle von SF 0 bis SF 35 vor sich. Sie wissen, wie die Einstufung funktioniert, welche Fallen es gibt und wie Sie Ihre Klasse optimal beim Wechsel einsetzen. Der nächste Schritt liegt bei Ihnen. Nehmen Sie sich zwanzig Minuten Zeit, werfen Sie Ihren aktuellen Vertrag hin und prüfen Sie, ob es besser geht.
Nutzen Sie dafür einen seriösen Rechner, vergleichen Sie Angebote und lassen Sie sich nicht von scheinbar günstigen Tarifen blenden. Achten Sie auf den Leistungsumfang, die Servicebewertungen und – ganz wichtig – ob Ihre aktuelle SF-Klasse voll anerkannt wird. Das ist der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Deal.
Fahren Sie weiterhin unfallfrei, behalten Sie Ihre Bescheinigungen auf und prüfen Sie jährlich Ihren Tarif. Das sind die drei Säulen, mit denen Sie aus Ihrer SF-Klasse das Maximum herausholen. Es ist Ihr Geld. Sie haben es verdient, es nicht unnötig an eine Versicherung abzugeben.
Nutzen Sie das Vergleichstool am Anfang dieses Artikels oder starten Sie direkt Ihre Berechnung. In nur 2 Minuten wissen Sie, wo Sie sparen können.